Alice Kuipers - Sehen wir uns morgen?
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Claire und ihre Mutter verpassen sich ständig. Dann hinterlassen sie sich Nachrichten an der Kühlschranktür – mit Einkaufslisten, Verabredungen, kleinen Geschichten aus ihrem Leben. Bis Claires Mutter eines Tages eine Entdeckung macht, nach der nichts mehr ist wie zuvor. Und Mutter und Tochter auf den kleinen Zetteln so viel mehr unterbringen müssen als bisher ... Ein ganzes Leben, ein ganzer Roman in Botschaften an der Kühlschranktür – tief berührend und voller Liebe.

Dieser Roman ist wirklich etwas besonderes! Man verfolgt die Geschichte der 15-jährigen Claire und ihrer alleinerziehenden Mutter anhand von Kühlschrankzetteln. Anfangs ist es noch wirklich ungewohnt der Geschichte so zu folgen, aber mit der Zeit ist man vollends eingetaucht. 

Claires Mutter ist Kinderärztin und verbringt viel Zeit auf der Geburtsstation. Oft platzen ihre geplanten Verabredungen durch die Bereitschaft und sie verpassen sich (mal) wieder. Auch Claire verbringt viel Zeit außer Haus. Sie trifft sich mit ihrer Freundin Emma oder mit Michael, ihrem Schwarm. Sie streitet sich mit ihrer Mutter über die typischen Teeny-Probleme und trotzdem sieht der Leser, dass Claire schon kein Kind mehr ist. Sie muss immer wieder kochen, das Kaninchen Peter sauber machen, aufräumen, einkaufen und ihre Mutter daran erinnern, dass es mal wieder Zeit für ihr Taschengeld ist. 
Doch dann geschieht etwas, womit beide niemals gerechnet hätten, denn Claires Mutter erkrankt an Brustkrebs. Beide wissen, dass sie sterben muss, doch wollen sich dies nicht eingestehen. Sie verbringen die Zeit gemeinsam beim Arzt, doch reden nie richtig über die Situation. Sie bleiben dabei und schreiben sich Botschaften. Doch es kommt der Tag, an dem die beiden getrennt werden.

Man muss sich darauf einstellen, dass die Geschichte nicht so fröhlich ist, wie das Cover zu zeigen scheint. Es erwartet den Leser die volle Bandbreite von Gefühlen. Claire wächst mit ihren Aufgaben immer mehr und wird erwachsener, um ihrer Mutter zu helfen.
Ich weiß genau wie Claire sich fühlt, denn ich habe fast das gleiche erlebt. Als ich 14 Jahre alt war, diagnostizierte der Arzt auch bei meiner Mutter Brustkrebs. Ich werde nie die Bilder und Gefühle vergessen, als meine Mutter ihre Chemo-Therapie begonnen hat. Auch ich musste sofort erwachsener werden, damit ich meiner Mutter und auch meinem Vater die Krankheit erleichtern konnte. Meinte Mutter hat es - Gott sei Dank - überlebt, aber es ist trotzdem ein harter Weg. 

Mir war nicht bewusst, welches Thema das Buch behandelte. Gerade deswegen traf es mich wie ein Schlag und auch meine Gefühle wallten wieder auf.


1 Kommentar:

  1. Das hört sich toll an, meine Mutter hat auch Brustkrebs. Werde es mir auf jeden Fall holen.
    Danke für den Tipp :-)

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